Veränderung beginnt nicht im Außen – sie beginnt mit Bewusstheit
Ein Interview mit Christine Astor zu ihrem neuen Buch „Ungezähmt und Echt“
Christine E. Astor begleitet das Team von femalemanagers schon lange. Sie ist Speakerin, Autorin, Medium und Empowerment-Expertin für Frauen. Nach 19 Jahren in der Automobilbranche, wo sie als Trendscout und Projektmanagerin in der Innovation und strategischen Fahrzeugentwicklung tätig war, tauschte sie das Großraumbüro gegen die Konferenzbühne. Heute begeistert sie als charismatische Rednerin auf Events und Kongressen mit Themen rund um Zukunft, Weiblichkeit und Bewusstseinsentwicklung. Neben der Bühne begleitet sie Frauen, die an Wendepunkten ihres Lebens stehen – hin zu mehr Selbstbestimmung, Klarheit und innerer Kraft. Auch wir genießen immer wieder ihre Vorträge und Workshops.
Heute stellt sie ihr Buch „Ungezähmt und Echt“ vor. Hier erzählt sie ehrlich, berührend und ermutigend, wie sie ihre Masken abgelegt und ihre eigene Wahrheit wiederentdeckt hat. Es ist ein Buch für Frauen, die spüren, dass da mehr ist – mehr Freiheit, mehr Lebendigkeit, mehr sie selbst. Wir haben ihr dazu diese Fragen gestellt:
femalemanagers: Welches war dein persönlicher Auslöser zu diesem Buch?
Christine Astor: Mein eigener beruflicher Weg – und die zutiefst erschütternde Erkenntnis, dass ich sehr lange gebraucht habe, meine eigene Wahrheit wirklich zu leben. Die Entscheidung im Konzern zu arbeiten hatte ich aus einem unbewussten Muster heraus getroffen. Ich war in eine Rolle geschlüpft, die nicht meine war, habe sie aber dennoch gut gespielt. Der Moment, in dem ich mir das eingestanden habe, war schmerzhaft und befreiend zugleich. Dieses Buch ist aus dem Wunsch heraus entstanden, Frauen Mut zu machen, sich früher zu erinnern, wer sie wirklich sind. Ich möchte mit meiner Erfahrung mögliche „Abkürzungen“ aufzeigen – nicht im Sinne von schnellen Lösungen, sondern als Einladung zu mehr Ehrlichkeit, Klarheit und innerer Freiheit. Denn ich bin überzeugt: Wir müssen nicht erst ausbrennen oder zerbrechen, um aufzuwachen.
fm: Welche typischen Denkfehler oder Mythen zum Thema „Ungezähmt und Echt“ begegnen dir besonders häufig?
CA: Viele Frauen verbinden mit dem Titel zunächst die Vorstellung, dass sie nach der Lektüre plötzlich radikal frei sind – endlich alles sagen und tun können, kompromisslos Paroli bieten und rebellisch sein dürfen, wo sie es sich vielleicht schon lange wünschen. Und ja, ein Stück davon gehört dazu. Aber darum allein geht es nicht. Mir ist wichtig zu zeigen, wie stark der Kontext, in dem wir leben und wirken, unser Verhalten beeinflusst. Unsere Bewertungen. Unser Wunsch, Erwartungen zu erfüllen. Der innere Kritiker. Das ständige Vergleichen. All das hält uns oft klein – subtil, aber wirkungsvoll. Um dazuzugehören oder zu genügen, schlüpfen wir in Rollen und halten anderen eine Maske von uns hin. Nicht aus Bosheit, sondern aus Anpassung. Erst wenn wir beginnen, diese Mechanismen zu erkennen – und bereit sind, uns selbst ehrlich zu begegnen –, entsteht innere Stärke. Authentizität wächst nicht aus Rebellion, sondern aus Bewusstheit. Und genau dann kann sich das wirklich Ungezähmte und Echte zeigen: nicht laut, nicht trotzig, sondern klar, kraftvoll und aus der eigenen Mitte heraus.
fm: Was können Leserinnen sofort umsetzen? Womit sollten sie beginnen?
CA: Sie können direkt beginnen – genau dort, wo sie gerade in ihrem Leben stehen. Im Buch finden sich konkrete Fragen und Übungen, die sofort umsetzbar sind. Sie laden dazu ein, innezuhalten und ehrlich hinzuschauen: Wo stehe ich wirklich? Was fühle ich? Was denke ich – und was davon ist wirklich meins? Auch wenn ich im Buch einen starken Fokus auf den beruflichen Kontext gelegt habe, lassen sich die Impulse genauso gut auf private Themen übertragen – auf Partnerschaft, Freundschaften oder familiäre Dynamiken. Im Kern geht es immer um dasselbe: zu erkennen, wo wir uns hinter Rollen und Masken verstecken. Wo wir Erwartungen erfüllen, statt unserer inneren Wahrheit zu folgen. Der erste Schritt ist daher kein radikaler Umbruch, sondern ein ehrlicher Moment mit sich selbst. Denn Veränderung beginnt nicht im Außen – sie beginnt mit Bewusstheit.
fm: Woran würde eine Leserin als erstes erkennen, dass sie deine Ansätze erfolgreich umgesetzt hat?
CA: Sie würde es zunächst in sich spüren. Ein inneres Gefühl von mehr Leichtigkeit. Mehr Klarheit. Mehr Mut. Eine Ruhe, die nicht aus Anpassung entsteht, sondern aus innerer Stimmigkeit. Vielleicht beginnt sie plötzlich Dinge auszusprechen, die sie sich vorher nicht getraut hat. Sie setzt eine Grenze – freundlich, aber bestimmt. Sie sagt Ja, wo sie es wirklich fühlt, und Nein, ohne sich dafür schuldig zu machen. Es sind oft keine spektakulären äußeren Veränderungen, sondern feine, aber kraftvolle Verschiebungen im Inneren. Und genau daran erkennt sie es: Sie handelt nicht mehr aus Angst oder dem Wunsch zu gefallen, sondern aus Verbindung mit sich selbst.
fm: Wo liegen die Grenzen deiner Empfehlungen?
CA: Es gibt kein Wunderrezept, das für alle gleichermaßen funktioniert. Jeder Mensch bringt seine eigene Geschichte, seine Prägungen und seinen Kontext mit. Innere Veränderung ist kein Schalter, den man einmal umlegt – sie ist ein Prozess. Und manche Schritte brauchen Zeit. Diese Zeit sollten wir bereit sein, uns selbst zu geben. Meine Impulse können Denkanstöße geben, Bewusstheit schaffen und Mut machen. Doch sie ersetzen keine tiefgehende Therapie, wenn alte Verletzungen oder Traumata im Spiel sind. „Ungezähmt und Echt“ ist eine Einladung – kein Patentrezept. Der Weg entsteht im Gehen. Und jede Frau geht ihn in ihrem eigenen Tempo.
fm: Liebe Christine, vielen Dank für diesen spannenden Einblick in dein Buch. Jetzt freuen wir uns aufs Lesen:

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